Finanzielle Weitsicht? Fehlanzeige. Indem der Winterthurer Stadtrat die Initiative «Ja zu weniger Schulden» abschmettert, verabschiedet sich die links-grüne Regierung von jeglicher Budgetdisziplin. Statt verbindliche Ziele zu setzen, wird die Rechnung einfach an unsere Kinder und Enkel weitergereicht.

Es ist ein Entscheid gegen die Nachhaltigkeit: Der Stadtrat will die Volksinitiative «Ja zu weniger Schulden» ablehnen – und das ohne jeden Gegenvorschlag. Damit macht die Regierung klar, dass sie gewillt ist, weiterhin über die Verhältnisse der Stadt zu leben. Trotz einer dramatischen Verschuldung von 1,6 Milliarden Franken und jährlichen Zinszahlungen von 20 Millionen Franken fehlt im Stadthaus offenbar der Wille zur Kurskorrektur.

Schluss mit den Ausreden

Während Finanzvorsteher Kaspar Bopp weiterhin auf unverbindliche Strategiepapiere setzt, drohen im Finanzplan 2027–2029 weitere Verluste von 150 Millionen Franken. Das Geld, das wir heute für Zinsen ausgeben, fehlt morgen bei den Schulen und der Infrastruktur. Dabei ist die Lösung, welche die Initiative vorschlägt, pragmatisch und zukunftsorientiert: Sie verlangt ein gesundes Verhältnis zwischen Schulden und Steuereinnahmen. Sie ist kein starres Sparpaket, sondern ein Instrument, das auch auf Wachstum setzt. Mehr Arbeitsplätze und mehr Steuerzahler würden den Schuldenabbau erleichtern – ganz ohne Steuererhöhungen.

Investitionen sichern, nicht verhindern

Das Schreckgespenst des Investitionsstopps, das der Stadtrat an die Wand malt, ist falsch. Wahr ist vielmehr: Nur wer finanziell gesund ist, kann auch in Zukunft investieren. Wer heute keine verbindlichen Ziele setzt, verliert morgen seinen politischen Handlungsspielraum. Die FDP wird sich im Stadtparlament vehement gegen diese Politik der Gleichgültigkeit wehren. Es braucht jetzt klare Leitplanken statt leerer Worte – für ein Winterthur, das auch für unsere Kinder noch handlungsfähig ist.

Die aktuelle Umsetzung der blauen Zonen durch den Stadtrat führt zu einer realen Reduktion des Parkplatzangebots in den Quartieren. Dies steht im direkten Widerspruch zu den öffentlichen Zusicherungen der Exekutive.

Foto: Madeleine Schoder

Die Problematik liegt in der Formalisierung des Parkraums:

  • Künstliche Verengung: In Bereichen, in denen Anwohnende ihre Fahrzeuge jahrelang legal und behinderungsfrei abstellten, werden nun starre Markierungen angebracht. Diese nutzen den vorhandenen Raum oft ineffizient. Flächen, die früher zehn Fahrzeuge aufnahmen, bieten nach der Markierung oft nur noch zwei oder drei Plätze davon.

  • Verursachung von Suchverkehr: Durch diese künstliche Verknappung entsteht genau jener Suchverkehr in den Wohnquartieren, den man eigentlich vermeiden wollte.

  • Fehlende Notwendigkeit: Die Massnahme wird auch auf Quartiere ausgeweitet, in denen gar kein relevanter Pendlerverkehr existiert, womit der ursprüngliche Zweck der blauen Zone entfällt.

Am 3. Juli 2024 wurde Stadträtin Christa Meier in der Winterthurer Zeitung mit der Aussage zitiert, „Um die Quartiere vom Verkehr zu entlasten, führt die Stadt nun fast flächendeckend die blaue Zone ein. Es gebe keinen Abbau von Parkplätzen.“ Diese Aussage hält einer Überprüfung vor Ort nicht stand. Sie basiert auf einer fragwürdigen Zählweise, die lediglich formell markierte Felder berücksichtigt, aber den zuvor legal nutzbaren, unmarkierten Raum ignoriert.

Es ist daher zwingend, dass der Stadtrat zu seinem Wort steht: Die Einführung blauer Zonen darf nicht zu einem faktischen Verlust an Parkmöglichkeiten führen. Statistische Tricks dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier eine Politik betrieben wird, die die Realität der Anwohnenden ignoriert. Wer Parkraum abbauen will, sollte dies offen deklarieren.